BarCamp Kiel – Die Webszene von der Waterkant

Im Kie­ler Wis­sen­schafts­zen­trum haben sich am am 19. und 20. August rund 300 IT‐begeisterte Men­schen zum dies­jäh­ri­gen Kie­ler Bar­Camp getrof­fen. Egal ob Blog­ger, Infor­ma­ti­ker, IT‐Anwalt, Web­de­si­gner oder Mit­ar­bei­ter des ULD (Unab­hän­gi­ges Lan­des­zen­trum für Daten­schutz Schleswig‐Holstein) – in locke­rer Atmo­sphäre wurde am Wochen­ende teil­weise auch sehr kon­tro­vers über The­men der Daten­schutz bei Face­book Fan­sei­ten, Googles „Panda‐Update“, Alter­na­ti­ven zu Flash, 360 Grad Foto­gra­fie, HTML5 und IT‐Security diskutiert.
Kiel hat seit eini­gen Jah­ren eine sehr aktive Web 2.0 und IT‐Szene. Neben dem Kie­ler Open Source und Linux Tagen im Herbst jedes Jah­res und den monat­li­chen Web­mon­ta­gen gibt es seit dem letz­ten Jahr das Kie­ler Bar­Camp. Wäh­rend das letzt­jäh­rige Bar­Camp mit sei­nen 130 Teil­neh­mern noch über­schau­bar war, haben sich die­ses Jahr rund 300 Teil­neh­mer ange­mel­det und die Orga­ni­sa­to­ren vor eine neue Her­aus­for­de­rung gestellt.
Doch die Orga­ni­sa­to­ren haben von uner­war­te­ter Seite Schüt­zen­hilfe erhal­ten: Wäh­rend die ers­ten Teil­neh­mer im Kie­ler Wis­sen­schafts­zen­trum ein­tra­fen und über das üppige Früh­stück her­fie­len, machte eine Pres­se­mit­tei­lung des Unab­hän­gi­gen Lan­des­zen­trum für Daten­schutz (ULD) mit dem Titel „Facebook‐Reichweitenanalyse abschal­ten“ die Runde (der för­de­flüs­te­rer berich­tete). Mit die­sem Knall, der bun­des­weit die Internet‐Marketing‐Szene erschüt­terte, begann die Veranstaltung.

Ein Jahr Landesblog

Swen Wacker berich­tet über seine Erfah­run­gen als Chef­re­dak­teur des Lan­des­blog. Nach­dem er beim Bar­Camp im letz­ten Jahr erst­mals die Idee des Lan­des­blog vor­ge­stellt hat, wurde die­ser im Herbst 2010 gegrün­det und es wur­den inzwi­schen mehr als 200 Arti­kel ver­öf­fent­licht. Das erste heiße Eisen, über wel­ches berich­tet wurde, war der Medi­en­staats­ver­trag, durch den der Lan­des­blog über­re­gio­nale Bekannt­heit erreichte. Aktu­ell stellt Swen Wacker die Frage in wel­che Rich­tung sich der Lan­des­blog ent­wi­ckeln soll und ob die Leser­schaft kür­zere Arti­kel oder län­gere Ana­ly­sen und Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen wünscht. Mit dem fri­schen Input der Teil­neh­mer, die sich wei­ter­hin für detail­lierte Bei­träge und Ana­ly­sen aus­spre­chen wird der Lan­des­blog sich dem nächs­ten grö­ße­ren Thema wid­men: dem kom­men­den Land­tags­wahl­kampf in Schleswig‐Holstein.

Der Land­tag im Netz

Auf die Kri­tik des Lan­des­blogs an dem Online‐Angebot des schleswig‐holsteinischen Land­tag ging unter ande­rem Arnold Wal­lisch ein. Wal­lisch stellt klar, dass die Auf­gabe des Par­la­Net die Öffent­lich­keits­ar­beit, poli­ti­sche Bil­dung, Pres­se­ti­cker und die Infor­ma­tion über die poli­ti­schen Insti­tu­tio­nen sei, nicht jedoch die Bericht­er­stat­tung aus dem Land­tag. Für die Zukunft wurde eine Erwei­te­rung des Abodienst um 14 unter­schied­li­che, the­men­be­zo­gen Abos ange­kün­digt um alle Doku­mente, ab Beginn die­ses neuen Diens­tes, an Inter­es­sierte auszuliefern.

Medi­en­kom­pe­tenz in der Schule

In der Ses­sion zum Thema „Medi­en­kom­pe­tenz“ berich­tet Mela­nie Rich­ter, eine Kie­ler Leh­re­rin, von ihren Erfah­run­gen mit jun­gen Schü­lern und deren Umgang mit dem Web 2.0. Es wurde unter ande­rem über die Frage dis­ku­tiert, ob die Fami­lie oder die Schule für die Ver­mitt­lung der Medi­en­kom­pe­tenz ver­ant­wort­lich sind. Ein Vor­schlag war der “Internet‐Erklärbar”, der ähn­lich dem “Ver­kehrs­kas­per” den Kin­dern den ver­ant­wor­tungs­vol­len Umgang mit sozia­len Netz­wer­ken und Chats nahe brin­gen soll. Aber sind sol­che Maß­nah­men über­haupt sinn­voll? Für die meis­ten Kin­der und Jugend­li­chen sind die neuen Medien und das Inter­net inzwi­schen eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Sie schät­zen die eigene Medi­en­kom­pe­tenz höher ein als die der Eltern und Leh­rer, trotz­dem exis­tie­ren eine Reihe von Risi­ken, zum Bei­spiel die Tücken des Urhe­ber­rechts, vor denen nur eine kon­se­quente Medi­en­po­li­tik Kin­der und Jugend­li­che schüt­zen kann.

IT Sicher­heit in 15 Minuten

Einer ganz ande­ren Her­aus­for­de­rung stellte sich Hin­nerk Haardt, der den Zuhö­rern inner­halb einer Vier­tel­stunde einen Über­blick über die Stärke und Schwä­che von Pass­wör­tern, die Sicher­heit der Cloud und Online‐Banking ver­schaffte. Sicher­heit ist letzt­lich rela­tiv und selbst das beste Pass­wort hilft wenig wenn man in der Öffent­lich­keit beim Ein­ge­ben des Pass­wort beob­ach­tet wird oder sich ein Dieb den Lap­top ent­wen­det. Einer sei­ner Rat­schläge war es ver­trau­li­che Daten ver­schlüs­selt zu Hause auf einem Rech­ner zu spei­chern, der nicht ans Inter­net ange­schlos­sen ist. Auch Viren­scan­ner sind sei­ner Mei­nung nach sinn­los, da diese keine Infek­tion ver­hin­dern son­dern nur nach­träg­lich Anwen­der­feh­ler kor­ri­gie­ren. Ob man diese Ansicht teilt oder auf ein alter­na­ti­ves Betriebs­sys­tem umsteigt um ein sol­ches Risiko zu mini­mie­ren bleibt letzt­lich jedem selbst über­las­sen. Die Ses­sion zur IT‐Sicherheit hat die Zuhö­rer auf jeden Fall zum nach­den­ken angeregt.

Fazit

Auch in die­sem Jahr hat das Kie­ler Bar­Camp gezeigt, dass es in Schleswig‐Holstein eine sehr aktive Web­szene besitzt. Mit ins­ge­samt 62 Ses­si­ons wurde den Teil­neh­mern nicht nur eine tolle Ver­an­stal­tung son­dern auch ein sehr abwechs­lungs­rei­ches und inter­es­san­tes Pro­gramm geboten.

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