Der erste Wein aus der Holsteinischen Schweiz

Ein Wein aus Schleswig‐Holstein? Das Land zwi­schen den Mee­ren ist für Fisch­bröt­chen, Labskaus, Sau­er­fleisch und Nord­see­krab­ben bekannt, aber an Wein­bau denkt kaum jemand. Was wenige wis­sen: Bereits im Früh­jahr 2009 wur­den in Gre­bin bei Plön die ers­ten Reb­stö­cke gepflanzt. Doch wie kommt man auf die Idee, so weit im Nor­den Wein anzu­bauen? Der Win­zer Stef­fen Mon­ti­gny erzählt wie es dazu gekom­men ist, dass er zu den weni­gen Win­zern gehört, die Pflanz­rechte in Schleswig‐Holstein erhal­ten haben.

Der Kie­ler Unter­neh­mer Dr. Her­mann Lang­ness hat in der Nähe von Plön den Hof Alt­müh­len erwor­ben, auf des­sen Flä­chen frü­her Obst ange­baut wurde. Als Wein­lieb­ha­ber kam er auf die Idee, auf den Flä­chen Wein anzu­bauen. Doch so ein­fach war die Idee nicht umzu­set­zen, denn der Wein­an­bau ist inner­halb der Euro­päi­schen Union (EU) streng regu­liert. Da Schleswig‐Holstein kei­ner­lei Anbau­rechte besaß, nutze das Land die letzte Chance – bevor die Reform der EU‐Weinmarktorganisation in Kraft trat – Pflanz­rechte für 10 ha von Rheinland‐Pfalz auf Schleswig‐Holstein zu über­tra­gen. Im Mai 2009 wurde dann noch die not­wen­dige Rechtsgrundlage[1] verabschiedet.

Damit war der Weg für den Wein­bau zwi­schen den Mee­ren frei und im Rah­men einer öffent­li­chen Aus­schrei­bung, für die Boden– und Kli­ma­gut­ach­ten, Fach­kom­pe­tenz und Ver­mark­tungs­kon­zept erfor­der­lich waren, hat Stef­fen Mon­ti­gny die Pflanz­rechte für 2 ha erhal­ten. Im Mai 2009 wur­den dann die ers­ten Reb­stö­cke gepflanzt. Mon­ti­gny hat sich für den Anbau von vier pilz­wi­der­stands­fä­hige wei­ßen Reb­sor­ten (Sola­ris, Johan­ni­ter, Feli­cia und Mus­ca­ris) und zwei roten Reb­sor­ten (Regent und Reh­ber­ger) entschieden.

Win­zer Mon­ti­gny ist vom Erfolg des Schleswig‐Holsteinischen Land­wein über­zeugt, den er als einen wei­chen, har­mo­ni­schen und frucht­be­ton­ten Weiß­wein beschreibt. Ob er damit Recht hat, kann der För­de­flüs­te­rer nicht beur­tei­len, denn die 1868 hand­num­me­rierte Fla­schen „SO MOOKT WI DAT“ von Win­zer Stef­fen J. Mon­ti­gny waren inner­halb von drei Tagen bereits aus­ver­kauft. Wer den Wein zwi­schen den Mee­ren pro­bie­ren will, muss auf den nächs­ten Jahr­gang warten.

[1] „Lan­des­ver­ord­nung zur Durch­füh­rung wein­recht­li­cher Vor­schrif­ten und zur Ände­rung der Lebens­mit­tel– und Futtermittelzuständigkeitsverordnung

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